27.09. - 25.10.2026

Bikini Paradox

ZAK  alte Dorfkirche Hausen

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BIKINI PARADOX ist ein stetig wachsendes, dystopisches Stadtgebilde aus vielen einzelnen Spaltskulpturen. Christoph Jakob widmet sich damit einer besonderen Art des skizzenhaften Arbeitens. Er nimmt sich die Freiheit, dem ersten Impuls zu folgen, sich dem schöpferischen Flow hinzugeben und lässt dabei doch ein konzeptuelles Objekt entstehen. Ein Objekt, das Fragen stellt und Fragen hinterlässt: Was machen wir aus unserer Welt? Wie gehen wir mit den verfügbaren Ressourcen um? Bauen wir uns ein Morgen oder verspielen wir gerade ohne Not unsere Zukunft?


Fakt ist: Der Mensch zerstört, um zu erschaffen. Mit BIKINI PARADOX „ahmt“ Christoph Jakob gleichsam den Prozess der Urbarmachung nach: Seine Ressourcen sind Basalt-Stelen, die er spalten muss, um etwas Neues erwachsen zu lassen. Dieser Spalt-Prozess, die Dynamik des Aufbrechens, ist für das Projekt von besonderer Bedeutung und elementarer Bestandteil des Konzeptes. Denn erst in den Spaltflächen zeigt sich der Charakter des Basalts. Hier bestimmt der Stein die Struktur sowie die Proportionen der Stelen-Ebenen. „Der Stein konfrontiert mich immer wieder mit neuen Tatsachen, die meine weitere Bearbeitung bestimmen und mich aus meinen Gestaltungsroutinen herauszwingen“, sagt Jakob. So arbeitet der Bildhauer Stele für Stele den besonderen Charakter heraus. Er öffnet den Innenraum des Steins, hebt unterschiedliche Oberflächenoptionen und Gegensätze in Haptik, Struktur, Lichtbrechung hervor. Wie in vielen seiner Arbeiten, entstehen neue Räume und Perspektiven – innerhalb der einzelnen Skulpturen sowie zueinander, wenn sie Teil des Stadtgebildes werden.


In diesem Schöpfungsprozess werden Bruchflächen zu Verbindungsflächen. Aufgrund der Härte des Basalts passen sie immer noch exakt ineinander, rasten regelrecht ein, wie perfekte Puzzleteile. Dem Bildhauer ist wichtig, dass auch die Betrachtenden an dieser Erfahrung teilhaben können. Sie sollen das Material fühlen, sollen spüren, wie sich die Fragmente in einander fügen und die Türme wachsen.             Barbara Lang